Milchmädchenrechnung

Die Gutgläubigkeit und Medienhörigkeit des deutschen Publikums übersteigt alle rationalen Grenzen. Das Ding von der Finanzkrise wird geschluckt und verdaut ohne Zwischenhalt. Zur Erinnerung: Als 2000 die Börsenkurse einbrachen hat niemand von Finanzkrise geschwafelt, obwohl der Einbruch viel stärker war als 2008. Der Dax war von 8.136,16 Punkten im März 2000 auf einen Tiefststand von 2.188,75 Punken im März 2003 gesunken. Er hatte sich fast geviertelt. Keine Finanzkrise! Von August 2007 mit einem Wert von 8.105,69 fiel er im Rahmen der „Finanzkrise“ auf 3.666,41 Punkte im März 2009. Gerade mal etwas mehr als eine Halbierung!

Warum war nun die Viertelung keine Finanzkrise und die Halbierung die schwerste seit 1929? Ganz einfach: Von 2000 bis 2003 hat man vor allem die Kleinanleger abgezockt. Viele von ihnen blieben drin bis zum bitteren Ende und verloren alles, was sie hatten, zum Teil sogar ihre Altersvorsorge. Die Banken und Großanleger waren längst raus. Am Tiefststand wurde den Kunden von den Banken noch geraten, endlich zu verkaufen, weil den ständigen Verfall des Vermögens könne ja keiner mit ansehen. 2008 hat es dagegen „die Richtigen“ auf dem falschen Fuß erwischt. Diesmal sind die institutionellen Anleger eingebrochen. Diesmal gab es kein gegenseitiges Kopfnicken und ein Rückzug aus den Märkten wie auf Absprache sondern ein Blutbad unter Großbanken und Versicherern.

„Vermögensvernichtung von nie gekanntem Ausmaß“ wird uns erzählt. – Vermögensvernichtung? So einfach geht das nicht. Immerhin ist die Geldmenge M3 sogar gestiegen! Es ist also alles noch da! Der alte Börsenspruch bei Kursverlusten: „Nein, nein, Ihr Geld ist nicht weg, das haben jetzt nur Andere“ gilt noch immer. Die große Preisfrage ist nur: Wer?

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